Die neuen Götter

Die Suche der Menschen nach Gott ist eine verzweifelte Reise in die unendliche Enge des Kopfes. In diesen glorreichen Verstand, der bereits ‘ne Ewigkeit bezwungen und verbittert am Boden liegt und doch noch nicht bereit ist aufzugeben. Aufgeben kommt nicht infrage, solange ein unbekanntes Nächstes das alte Feuer neu entfacht. So strebt der Mensch und strebt einem Ziel entgegen, das für ihn selbst nicht mehr wahrnehmbar ist. Das Leben, das Fühlen, der Sinn sind längst verloren. Einzig der Weg rechtfertigt noch die Qual und dieser stur menschliche Wissensdrang, der kriegerisch bezwingt, wie einfach es doch wär‘ in Ignoranz zu resignieren.

Aufgeben heißt dabei nicht – verlieren. Aufgeben heißt stets geschehen lassen. Und ist es schließlich geschehen, öffnet sich die Enge, umarmt die Weite und vorbei ist die Unendlichkeit. Denn alles ist das, was es ist, und Weite ist die Enge und der Augenblick ist einfach nur die Ewigkeit. Atmen und fühlen.

 

Die Macht den Anderen

 

Selbstverständlich ist mir bewusst, dass meine einführenden Worte nicht den geringsten Einfluss auf den Menschen haben. Der Mensch will Beweise, Bedeutung, die Wahrheit, und nicht ein dummes, hochtrabendes, esoterisches Geschwafel. Nein, der Mensch wartet lieber auf etwas Handfestes. Jemand Machtvolles, Berühmtes, Hochentwickeltes, der im sagt, wo er herkommt, was er hier tun soll und wieso er so minderwertig ist. Denn der Mensch liebt das Drama um die Minderwertigkeit, er ernährt sich davon. Er investiert immense Energie in Skalen, Ruhm, Macht, Geld, um die eigene Belanglosigkeit zu realisieren. Gelungen ist es ihm bis jetzt noch nicht, aber wie bereits zu lesen war, aufgeben, kommt nicht infrage.

 

Neue Weltordnung

 

Die Macht über meine Leben hat eine kleine Gruppe von sehr, sehr reichen Menschen, die alle Zügel in der Hand halten. Sie geben uns die Krümel und manipulieren uns zu Arbeitssklaven. Sie bewegen Waffen, neue Technologien und bestimmen den Lauf der Erde. Es ist also egal, was ich mache, gegen diese bösen Monster habe ich keine Chance.

Das ist die Enge, von der ich rede, aber nicht die Resignation. Denn in diesem Zustand ergibt man sich dem eigenen Drama. Man heuchelt sich Hilflosigkeit vor, um schön genüsslich in Selbstmitleid zu baden. Dabei sind die anderen Menschen nicht anders als Sie. Sie baden in Macht, was der gleichen Enge entspricht, nur eine andere Farbe besitzt. Genauso wie Sie, verstehen auch diese Menschen nicht, woher sie kommen, was sie hier machen und wer überhaupt Gott ist. Sie spielen das gleiche Spiel und glauben mehr zu sein, weil die Vielen sagen, dass sie mehr sind. Jetzt muss das Mehr nur noch eintreffen. Doch jedes Mal, wenn man geglaubt hat es erreicht zu haben, entschwand es wieder in ein neues Mehr.

 

 Geheimbünde

 

Andere Menschen lieben Geheimnisse und spielen damit. Deshalb muss es dann auch Bünde geben, wie die Freimaurer oder die Illuminati, die ein altes, wichtiges Wissen, verflucht noch mal, nicht preisgeben wollen. Sie verstecken es geschickt vor den Menschen, nutzen es zu ihrem Vorteil und machen sich das Volk untertan.

Das Drama ist und bleibt das gleiche. Wissen führt nicht zu mehr Verstehen. Wissen lässt dich mehr wissen und mehr zu wissen führt dazu, noch mehr wissen zu wollen. Passenderweise war es ein weiser Mr. Butler, der diese Unendlichkeit genial beschrieb: „You know more and more about less and less, until you know everything about nothing.“ Und so sind wir Menschen, wir bauschen das Nichts auf, mit immer mehr Wissen, das meiste davon ist dann auch noch geheim, nur um ausgiebig im Drama des Nichts zu baden.

Dabei lässt sich Wissen nie geheim halten und nie neu entdecken. Es existiert einfach, komplett, in jedem Augenblick. Es schwirrt wie eine Wolke um die Erde herum und kann jederzeit wahrgenommen werden, oder eben nicht. Das glaubt natürlich keiner, weil dann kann ich ja kein Drama machen, um die Geheimnisse der Geheimbünde.

„Ich fühle, also weiß ich.“ ist jedoch und bleibt die Realität.

 

Außerirdische Götter

 

Ein für mich oft trauriges Thema ist die unterwürfige Hingabe der Menschen an hochentwickelte Außerirdische. Sie werden kommen und sie werden uns retten. Oder sie sind schon da und passen auf uns auf. Oder sie sind die Bösen und wollen uns zerstören. Drei identische Sätze, die wieder mal, die Verantwortung für das eigene Leben nach außen abgeben.

Die Angst erzeugt in jedem Menschen, wie in jedem Schaf, den Drang nach Geborgenheit, nach Behütet-Sein. Es ist dieser Drang, der die Verantwortung nach außen schiebt und sich auf die Suche nach einem guten Hirten, Beschützer, Gott macht. „Ich kann doch nicht diese Angst spüren, wenn ich selbst Gott bin.“ argumentiert der Mensch und sucht und sucht und sucht.

Die Klarheit ist immer einfach. Gott ist alles, was ist, also Du und Ich, jeder Mensch, jeder Außerirdische, jede Angst und die Geborgenheit. Fühlen nicht denken. Weil ich Gott bin, fühl‘ ich die Angst und weil ich alles bin, kenn‘ ich die Geborgenheit.

Und ja, die meisten wissen es bereits, wir sind alle Außerirdische auf der Erde. Wenn sich ein Teil von uns als irdisch bezeichnen kann, dann nur unser Körper. Der entsteht auf diesem blauen Planeten und nach unserem Tod bleibt er auch hier. Woher wir kommen und wohin wir nach dem Tod verschwinden, wissen viele nicht. Muss man auch nicht, denn es reicht zu realisieren, dass man bereits der Außerirdische ist, den man die ganze Zeit anhimmeln oder fürchten wollte.

 

Sklaven der Evolution

 

Der arme Darwin, er kann nur lachen, wenn er sieht, was er alles angestellt hat, mit einem einzigen Buch, das die meisten nie gelesen haben. Aber egal, denn Wissen, auch unvollständig, ist erlösend. Also bitte alle jetzt schnell mal evolvieren. Bloß keine Stagnation, egal ob spirituell, wissenschaftlich, finanziell, politisch, …, die Devise heißt Evolution.

Aber wenn alles schon ich bin, wenn Gott ich bin, wo rennen wir bloß alle hin?

Das ist natürlich keine Frage, die man sich in diesem Zustand stellen sollte. Das nimmt den Wind aus den Segeln, das zerstört das ganze Spiel. Wenn ich diese Einfachheit realisiere, kann ich nicht mehr nach Ruhm, Macht, Geld und/oder Erfüllung streben und ohne Streben ist der Sinn der Welt verloren.

Weiterentwicklung muss in diesem Spiel also immer etwas mehr darstellen, sonst verliert sich die Bedeutung. Deshalb sind auch zum Beispiel weiterentwickelte Außerirdische mehr, besser, weiser als wir.

Mehr, besser, weiter sind jedoch, wie ich es gerne ausdrücke, Diener der Unendlichkeit. Diese Diener drehen das Hamsterrad der Menschen, weil sie ein Ende nicht kennen. Auf mehr folgt mehr, auf besser besser, auf weiter weiter und so weiter. Fühlen Sie, wie reibungslos sich das Hamsterrad der Evolution dreht.

Weiter, weiter immer weiter, weil es weiter ewig gibt.

 

Das weise Ich

 

Atmen. Innehalten und noch einmal atmen.

Sie sind nicht hier auf der Erde, um ewig zu rennen, um im Außen zu suchen, um auf Gott oder auf Außerirdische zu hoffen. Sie sind hier, um zu sein. Fühlen Sie Ihre Existenz. Egal wo Sie herkommen, egal wo Sie hingehen, Sie sind. Es gibt Sie.

Und was nun? Nichts und gleichzeitig alles.

 

Suchen Sie all Ihre Antworten in diesem Gefühl des Seins. Dort sind sie, alle Fragen und alle Antworten. Gott weiß nicht mehr als Sie. Gott kann nicht mehr als Sie. Außerirdische mögen noch so weit entwickelt sein, sie wissen nicht mehr als Sie. Sie sind nicht mehr als Sie.

Evolution ist ein sehr enges Spiel der dualistischen Erde. Doch auch dieses Spiel zeigt das Sein, sobald Sie das Hamsterrad erkennen. Sobald Sie in der Endlosigkeit die Endlichkeit sehen, in der Enge die Weite.

Angst ist nicht wichtig. Lassen Sie sie einfach da. Sie tut Ihnen nichts. Sie sind. Ihnen kann nichts geschehen.

Wenn Sie in Ihrem Leben nur Licht wollen, wird Sie irgendwann die Dunkelheit treffen. Und je dunkler ein Wesen wird und je mehr es glaubt Macht und Geheimnisse aus dieser Dunkelheit zu schöpfen, umso härter wird es irgendwann vom Licht getroffen. So funktioniert die Erde, das ist Dualismus. Eine andere Möglichkeit gibt es hier nicht. Das ist das Verrückte an diesem Universum, es zeigt das Sein in identischen Gegensätzen.

Deshalb mein Rat, nicht weil Sie einen brauchen, nein, nur weil ich einen habe:

Legen Sie sich gemütlich in eine Hängematte, atmen Sie ein, atmen Sie aus und lassen Sie die Weisheit zu sich kommen. Sie wird kommen, denn sie ist schon da.