Der Mensch und die Schafe

Der Mensch ist einzeln ein vollständig göttliches Wesen. Er übernimmt Verantwortung, gestaltet, bewegt die ganze Welt in die Richtung, die er haben will und lässt sie später wieder los. Er weiß alles, alles hat er erzeugt und nur er kann es auch wieder auflösen.
Gemeinsam sind Menschen Schafe. Jeder rennt seinem Nächsten hinterher. Ohne genau zu wissen wieso, ohne den Wunsch zu wissen wieso. Es ist einfach gemütlicher dem Nächsten zu folgen. Und das ist keine Wertung, es ist tatsächlich gemütlicher.
Schafen kann man dadurch auch sehr leicht Angst machen, denn man muss nur eines überzeugen, der Rest wird zeitnah angesteckt. Ein einzelner Mensch lässt sich jedoch niemals überzeugen. Er glaubt nur das, was er will. Immer standhaft, auch gegenüber der so massentauglichen Wissenschaft.

Aufgewacht

Ein selbständiges Leben erfordert Energie, Lebendigkeit und Mut. Denn für die Antworten bleibt nur das eigene Herz übrig. Niemand kann einen bestätigen, lenken, tragen, alles muss man alleine machen. Das klingt nicht gerade nach einem Spaziergang im Park. Und das ist es auch nicht. Wer aufwachen will, wird ein paar Gliederschmerzen verspüren, denn man war lange im eigenen Spinnennetz gefangen und mit Rosengift betäubt. Das Aufwachen beinhaltet dann auch keinen Kuss eines wunderschönen Prinzen, sondern die kalte, klare Wahrnehmung, dass man alleine dasteht.
Man sieht plötzlich die anderen Schafe, wie sie fröhlich auf der Wiese springen und wünschte, man wäre zurück. Aber einmal aufgewacht gibt es keinen Weg zurück. Entweder man geht voran oder man verletzt sich furchtbar selbst bei dem Versuch zurückzukehren.

Wohin des Weges?

Das selbstbewusste Leben kennt keine Agenda, keine Ziele, keinen Sinn. Leben selbst enthält bereits Lebendigkeit und benötigt weiter nichts. Lebendigkeit irgendwie füllen zu wollen, ist, als würde man dem Kampf den Kampf ansagen, aber wie will man den Kampf gegen den Kampf gewinnen?
Es gibt Sachen auf der Erde, die sind einfach nicht möglich und die eigene Lebendigkeit mit etwas von außen zu füllen, ist einfach nicht möglich. Es bleibt einem also nichts anderes übrig, als nach vielen verzweifelten Versuchen, sich einfach zu leben. Und nach ein paar Jahren am eigenen Leben entlang, bemerkt jeder, dass alles automatisch zu einem kommt, weil es schon immer Teil von einem war. Wie es ein Meister im Rollstuhl so schön sagt: „Ein Kind, das spielt nicht, um glücklich zu werden. Es spielt, weil es glücklich ist.“ Der Mensch lebt nicht, weil er etwas braucht oder erreichen muss, er lebt, weil er lebendig ist.

 

 

Was nun?

 

Nichts.
Der Weg eines Erwachten ist einfach nur das Nächste und das kommt von ganz alleine.
Alles, was ist, ist und Sein gestaltet automatisch. Die Wahrnehmung von dem, was ist, ist der natürliche Zustand des Menschen. Dafür braucht es keine Bewertung in die eine oder andere Richtung, keine Wissenschaft und keine Überzeugung. Es ist so, genügt.
Die Menschheit schläft nicht erst seit gestern, sondern seit vielen, vielen Leben. Haben Sie Geduld, denn auf der Erde wollte kein Mensch jemals eine bessere Welt, sondern jeder nur aus dem dualistischen Erdenspiel erwachen. Die Reichen und die Armen, die Machtvollen und die Schwachen, die „guten“ und die „bösen“ – Aliens, alle sind hier, um aus dieser Enge zu erwachen. Die verzweifelte Suche nach der Erlösung in dem ewigen Mehr hat sie alle bis an die dunkelsten Orte der Erde getrieben und doch war dort nie etwas zu finden. Alles wurde auf dieser Erde erreicht, ohne dass es jemals gereicht hätte.
Das Gefühl sich zu genügen ist nur im eigenen Herzen vorhanden. Nichts mehr zu brauchen, auch nicht mehr die Erde retten zu müssen, ist befreiend. Als würde man die Last der Ziele begraben, weil einfach nur sein – bereits alle erfüllt.
Der Mensch im Sein atmet und nimmt wahr, wie die Schafe zu Hirten erwachen und wie schließlich die Hirten entdecken, dass Sie die Schöpfer sind, die alles hier erschaffen haben – das Leben und den Tod, den Mond und die Sterne, die Dunkelheit und das Licht, die braven Schafe und den weisen Hirten und alles nur, weil Ich bin.