Depressionen

"Depression ist der letzte verzweifelte Versuch, Freude und Trauer zu entzweien."

Der Trinker, Albert Anker 1868
Der Trinker, Albert Anker 1868

Depressionen sind nicht da, um sie gleich wieder loszuwerden! Sondern man wählt diese schwere Zeit, um bestimmte Aspekte des eigenen Seins zu verstehen. Erst wenn man jeden Aspekt in dieser Lektion verstanden hat, werden die Depressionen ganz von alleine verschwinden. Wenn Sie also vor dieser Herausforderung stehen, umarmen Sie sie und versuchen Sie nicht in die andere Richtung zu flüchten. Das würde den Prozess nach hinten verschieben und nur für kurze Zeit Erleichterung bringen.

 

Depressionen sind eine eigene Wahl, wie alles im Leben. Keine Medikamente, kein anderer Mensch oder Sache und nicht einmal der Tod kann sie davon befreien, nur Sie selbst. Sie wollen da durch und Sie alleine entscheiden wann es mit der Schwere genug ist. Selbsttötung (-mord in diesem Zusammenhang hat sehr viel kirchliche Wertung) ist also eine Möglichkeit aber noch nicht die Lösung. Wenn Sie tot sind, wird Ihnen sofort klar wieso Sie diese Herausforderung gewählt haben und dann ärgern Sie sich, weil Sie sich doch auf der Erde daran erinnern wollten. Was Sie dann meistens machen, ist sich auf die Erde zu stürzen, um es gleich noch mal zu versuchen.

 

Also nehmen wir mal ab jetzt an Sie sind schon so oft wiedergekommen, dass Sie jetzt bereit sind auf der Erde den entscheidenden Schritt zu machen. Dann ist es zunächst dran zu verstehen, wieso Sie diese schwere Herausforderung ausgewählt haben. Um Ihr ganzes Sein zu verstehen, brauchen die meisten Menschen die dualistische Erfahrung von großem Leid und großer Freude. Genauso wie Sie sich manchmal groß und stark und an manchen Tagen schwach, hilflos und sinnlos fühlen wollen. Bei der Konfrontation mit diesem Bewusstsein wird Ihnen klar werden, dass zwischen Leid und Freude, Groß und Klein, Täter und Opfer kein Unterschied besteht. Zwei Seiten der gleichen Medaille. Die Möglichkeit eine Sache auf zwei unterschiedlichen Arten auszudrücken, ist sehr spannend. Sie zeigt Ihnen, wie leicht es ist das eigene vollkommene Sein in manisch/depressiv, männlich/weiblich, Täter/Opfer usw. zu trennen.

Durch die (Be)Wertung von Freude als einseitige wunderbare Erfahrung, hat sich unser Massenbewusstsein zunächst entschieden den Depressionen den Kampf anzusagen. Sie wurden als Krankheit deklariert und eine lange Suche nach Heilung begann. Zur Weiterentwicklung in diesem Feld haben vor allem die manisch/depressiven Menschen beigetragen. Die Manie war laut Definition eine unkontrollierbare, unbewusste, wahnsinnige, viel zu große Freude die auch als Krankheit bekämpft werden musste. Zu gut drauf ist also nicht gut und zu schlecht drauf ist auch nicht gut. Ziemlich viel Unklarheit erzeugt hier der Kopf, aber wer nachfühlt merkt, das Bewusstsein bewegt sich weg vom Dualismus hin zur Vereinigung.

Denn egal ob Sie den schweren oder den leichten Weg bevorzugen, beide führen zum gleichen Ergebnis: Ein Gefühl der Vollkommenheit. In diesem Zustand werden Sie verstehen, wieso Sie manchmal Depressionen und manchmal Freude gewählt haben. Schließlich werden Sie auf beide verzichten und einfach nur sein.

 

Die Lösung ist zu erkennen, dass Ihr Sein weder Freude noch Leid braucht, um in Begeisterung zu existieren. Nur zu sein ohne Sinn, ohne Bedeutung, ohne Aufgabe ist einfach genug. Es ist dennoch spannend sich immer wieder auf die innere Entdeckungsreise zu begeben, wie es sich wohl anfühlt, wenn man anscheinend doch etwas braucht oder scheinbar gebraucht wird.